Sternschnuppe holt Weiberl-Cup (Ein subjektiver Bericht)

|   Regatten

Chiemsee Yacht Club mit zwei starken Damenteams vertreten

Am 12. Juli wurde beim YCU der 47. Weiberl-Cup ausgesegelt, ein Wettbewerb nur für Damencrews, der auf eine vier Jahrzehnte lange Tradition zurückblicken kann. Klassischerweise bildet er ein Wettfahrt-Doppel mit der Osternacher Einhand-Regatta und für beide war es dem YCU gelungen, jeweils ein fast 20 Schiffe zählendes Starterfeld zu motivieren - hauptsächlich von den Clubs des westlichen Sees. Beim Weiberl-Cup mit dabei waren auch drei 420er Jugendteams vom YCU.

Der CYC war mit zwei Schiffen vertreten: Als Cup-Verteidigerin von 2024 Michaela Jansen mit der Melges 24 unterstützt von Barbara Fritz, Andrea von Hoermann und Claudia Kartini. Nachdem durch die enttäuschende Streichung des „Bayerischen Löwen“ wegen schwacher Meldungen das Wochenende beim CYC„frei“ geworden war, konnte die „Sternschnuppe“ mit Dr. Sibylle Eisenlohr und Claudia Düll-Buchecker als zweites CYC-Schiff antreten.

Der Tag begann mit einem kleinen Frühstück für die Crews, danach bot der YCU als Novum für noch nicht eingespielte Mannschaften die Gelegenheit zum Üben unter Anleitung einer Trainerin. Der schon traditionelle Kurs, eine Art verbogener Up-and-Down zwischen Dampferlinie und nördlichem Ufer, mit einem langen tricky Schlag in den Kailbacher Winkel, war zweimal zu segeln, traf aber nicht auf ungeteilte Begeisterung. Der Wind blieb schwach bis mässig-leicht (auf der nach unten offenen Chiemseeskala) aus meist östlicher und südlicher Richtung, gern drehend unter Aussparung der vorhergesagten Windrichtung.

Mit einem Süd-Ost Lüfterl erfolgte pünktlich um 13 Uhr der Start vor dem YCU. Als Erste ging Michaela mit der Melges über die Startlinie, baute die Führung aus, und, um es gleich zu sagen, vergrößerte sie kontinuierlich und ziemlich fehlerlos bis ins Ziel. Inzwischen hatten sich drei Gruppen gebildet: Gruppe 1 bestand aus der Melges, Gruppe 2 waren die Verfolger und Gruppe 3 war der Rest. Aber wo war die „Sternschnuppe“? Ich bekomme heute noch Bauchweh, wenn ich an den Start denke. Hilflos auf dem Mobo mit den gut gelaunten männlichen Ehehälften der Melges-Crew mußte ich zusehen, wie die Schnuppe wie festgeschraubt in der gefühlt vierten Startlinie verharrte. Weder Stoßgebete noch telepathische Anschiebversuche halfen - im Gegenteil: Ein kleiner Winddreher zwang die endlich in Bewegung geratene Schnuppe in einen immer spitzer werdenden Winkel zur Startlinie. Schlimm. Sibylles spontanes Angebot, sich freiwillig kielholen zu lassen wurde von Claudia angesichts des weiteren Verlaufs der Wettfahrt großzügig übergangen. Die Schnuppe hatte sich nämlich aus der Gruppe 3 herausgearbeitet und war bei der Einfahrt in die Kailbacher Bucht schon an den Verfolgern dran. Gennakerkurse machten das Rennen spannend, die Schnuppe war “ohne Spi“ gemeldet und baute auf ihr Am-Wind Talent und auf „Schmetterling“. Dazu neigte die Verfolgergruppe zur Rudelbildung und behinderte sich manchmal gegenseitig. Beim Anflug auf Tonne 3 lag die Schnuppe mitten im Verfolgerfeld und versuchte zunächst erfolglos den schnellen Kielzugvogel von Meg Engelmann abzuschütteln. So ging es in die zweite Runde. Die Kailbacher Tonne war dann mit entscheidend: Eine enge Rundung, am Wind wurde die gewonnene Höhe in Geschwindigkeit umgesetzt, der letzte lange Schlag platt vorm Wind in direkter Linie auf die Tonne am Eingang zur Schafwaschener Bucht, und unter dem gefühlvollen Ruder der ungekrönten Königin des gepflegten Schmetterlings zog die Schnuppe am Feld vorbei und ging schließlich nach zwei Stunden als zweites Schiff acht Minuten nach der Melges über die Ziellinie. 

Die nachmittägliche Siegerehrung bei Apfelkuchen und selbstgemachter Quiche zeigte dann: Der Vorsprung des Melges Teams hatte angesichts der Yardstickdifferenz nicht gereicht. Gewinner des Weiberl-Cups 2026 war die „Sternschnuppe“ mit Dr. Sibylle Eisenlohr und Claudia Düll- Buchecker (CYC) vor Meg Engelmann (SCHC) mit dem Kielzugvogel und Conny Stapf (YCU) mit der Skippy 650 race. Michaela Jansen (CYC) mit Team auf der Melges 24 wurde Fünfte.

Kompliment und Dank an den YCU für die rundum gelungene Veranstaltung!