Mit Geduld auf Kurs – Vom Jugendsegeln ins Profifeld

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Starke Erfahrungen für Lucas und Moritz im olympischen 49er

Vom erfolgreichen Jugendsegeln ins Profifeld – dieser Schritt gehört zu den größten Herausforderungen im Segelsport. Lucas und Moritz Hamm gehen ihn mit viel Begeisterung, Geduld und großem Spaß bei allem, was sie tun.

Seit November sind die beiden 18-Jährigen für den Chiemsee Yacht Club auf internationalen Regattabahnen im 49er unterwegs. Auf dem Programm standen die Junioren Europameisterschaft auf Sizilien, die MSC Regatta und die Princess Sofia Trophy auf Mallorca, die Weltmeisterschaft in Quiberon (Frankreich), der Weltcup zur Kieler Woche, die Europameisterschaft in Eckernförde sowie zuletzt die Junioren-Weltmeisterschaft in Medemblik (Niederlande). Meist erwarteten die beiden kräftiger Wind, Welle und anspruchsvolle Bedingungen auf offenem Meer, kein leichter Start in der neuen Bootsklasse!

Dass Segeln ein echter Erfahrungssport ist, erleben Lucas und Moritz derzeit bei jeder Regatta. Als jüngstes Team treffen sie Woche für Woche auf Olympiateilnehmer, Profis und viele ihrer langjährigen Vorbilder. Da heißt es beobachten, lernen, geduldig bleiben – und sich seinen Platz Schritt für Schritt erarbeiten.

Erfolg als jüngstes Team zwischen Weltrangseglern

Besonders beeindruckend gelang das bei der gerade beendeten U23-Junioren-Weltmeisterschaft im niederländischen Medemblik. Obwohl die meisten Teams bis zu vier Jahre älter waren und entsprechend deutlich mehr Erfahrung im 49er mitbrachten, segelten Lucas und Moritz im Feld von 53 Booten aus aller Welt (26 Nationen) bis zum letzten Wettkampftag auf einen hervorragenden 6. Platz. Die Medaillenränge waren nach Punkten zum Greifen nah. Dann schlug das Regattaglück eine andere Richtung ein: Ein Materialschaden bei Starkwind verhinderte die Teilnahme an den letzten drei Wettfahrten. So wurde es am Ende Rang 15 – ein Ergebnis, das den zuvor gezeigten Leistungen kaum gerecht wird. Dennoch, ihr Kaderkriterium für den Bundeskader NK1 im German Sailing Team haben sie für 2026 wieder klar erreicht.

Und, wer die Regatta verfolgt hat, weiß: Lucas und Moritz haben gezeigt, dass sie bereits heute mit den besten Nachwuchsteams der Welt mithalten können. Das macht Mut, gibt Selbstvertrauen und weckt die Vorfreude auf alles, was noch kommt. 

Der Spagat zwischen Leistungssport und Abitur

Langweilig wird es jedenfalls nicht. Mitte August steht der nächste Trainingsblock in Kiel an, bevor ab September wieder auf dem Chiemsee trainiert wird. Danach folgen mit der Deutschen Meisterschaft Mitte Oktober im Chiemsee Yacht Club und der Junioren-Europameisterschaft Anfang November in Vilamoura bereits die nächsten Höhepunkte.

Und ganz nebenbei wartet 2027 auch noch das Abitur. Zwischen Schule, Training, Wettkämpfen, Kraft- und Ausdauereinheiten, Bootsarbeit und Regeneration bleibt wenig Zeit für Langeweile. Umso mehr verdient der Einsatz der beiden großen Respekt.

Der Chiemsee Yacht Club gratuliert Lucas und Moritz herzlich zu dieser starken Saison. Vor allem aber freuen wir uns, zwei junge Segler auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, die trotz aller Erfolge weiterhin mit Begeisterung, Bodenständigkeit und einem ansteckenden Lächeln aufs Wasser gehen. Dazu engagieren sie sich das ganze Jahr über im wöchentlichen Opti- und 29er-Training und geben ihr Wissen gerne weiter. 

Die Reise im 49er hat gerade erst begonnen – und wir sind gespannt, wohin der Wind sie noch tragen wird. Bis dahin wünschen wir immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, gute Entscheidungen, das nötige Quäntchen Glück – und dass die Freude am Segeln immer der beste Begleiter bleibt.

 

Text: Anne-Marie Hamm

Fotos: Klaas Wiersma