CYC-Jugend stark bei der 29er-Weltmeisterschaft in Kiel

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Leo Hespe und Sydney-Kanoa Kampa segeln in die Top 8 Prozent der U17-Weltelite

275 Boote, 35 Nationen, Windspitzen von über 35 Knoten und eine Ostsee, die zeitweise eher an den Atlantik erinnerte: Die 29er-Weltmeisterschaft in Kiel gehörte auch in diesem Jahr zu den größten und anspruchsvollsten Nachwuchsregatten der Welt. Über sechs Wettkampftage kämpften die besten jungen Skiffseglerinnen und -segler um den Weltmeistertitel – auf einem Revier, das vom Leichtwind bis zum Sturm seine ganze Bandbreite zeigte. Immer wieder sorgten hohe Wellen, spektakuläre Gleitfahrten, zahlreiche Kenterungen und sogar Wettfahrtabbrüche für außergewöhnliche Bedingungen. Wer hier erfolgreich sein wollte, benötigte nicht nur Geschwindigkeit, sondern vor allem Nervenstärke, taktisches Geschick und perfekte Bootsbeherrschung.

Mitten in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld war auch der Chiemsee Yacht Club mit vier Crews vertreten. Bereits die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft dieser Größenordnung ist ein großer Erfolg und Ausdruck der kontinuierlichen Nachwuchsarbeit des Vereins. In Kiel sammelten alle vier Teams wertvolle Erfahrungen gegen die internationale Spitze und zeigten, dass der CYC inzwischen auch auf Weltniveau vertreten ist.

Besonders stark präsentierten sich Leo Hespe (CYC) und Sydney-Kanoa Kampa (BSCF). Die beiden 16-Jährigen belegten nach 17 Wettfahrten Platz 71 von 275 Booten und segelten damit bei ihrer ersten WM auf Anhieb in das beste Viertel des gesamten Weltmeisterschaftsfeldes. Dabei traten sie überwiegend gegen Crews an, die zwei bis vier Jahre älter waren und vielfach bereits über deutlich mehr internationale Erfahrung verfügten.  Angesichts der enormen Leistungsdichte dieser Bootsklasse ist dies bereits ein bemerkenswertes Ergebnis. Noch beeindruckender fällt jedoch der Blick auf die Alterswertung aus: Unter 75 U17-Teams erreichten sie Platz sechs und gehören damit zu den besten acht Prozent der U17-Weltrangliste. 

Ebenfalls eine starke Weltmeisterschaft segelten Julia Ewald (SRV) und Sophia Westermeier (CYC). Sie behaupteten sich mit Platz 84 in dem hochklassigen internationalen Feld und unterstrichen mit einer konstanten Regattawoche, dass sie auch auf Weltniveau konkurrenzfähig sind. 

Marie Schwarz und Antonia Schwarz (CYC) vertraten den Chiemsee Yacht Club mit großem Einsatz. Unter den extrem wechselhaften Bedingungen von Leichtwind bis Starkwind bewiesen sie Durchhaltevermögen und sammelten wertvolle Erfahrungen, die eine wichtige Grundlage für ihre weitere seglerische Entwicklung bilden. 

Auch Helene Ihrenberger (CYC) und Lola Lewis(LSC) sammelten auf dem anspruchsvollen Kieler Revier wichtige internationale Erfahrungen. Für das Team bedeutete die Weltmeisterschaft einen weiteren wichtigen Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung. Sich mit den besten Nachwuchscrews aus aller Welt zu messen, liefert Erfahrungen, die auf nationaler Ebene kaum zu gewinnen sind. 

Die Bedingungen machten die Veranstaltung zu einer echten Bewährungsprobe. Während an den ersten Tagen taktisch anspruchsvolle Leichtwindrennen gefragt waren, entwickelte sich die Kieler Förde an anderen Wettkampftagen zu einem Starkwindrevier. Böen von mehr als 35 Knoten und eine kurze, steile Ostseewelle forderten Mensch und Material gleichermaßen. Zahlreiche Boote kenterten, Ausrüstung ging zu Bruch und einzelne Wettfahrten mussten aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Selbst erfahrene Trainer bezeichneten die Bedingungen als außergewöhnlich anspruchsvoll. Umso höher sind die Leistungen aller Crews zu bewerten, die sich unter diesen Voraussetzungen behaupten konnten.

Die 29er-Klasse gilt weltweit als wichtigste Nachwuchsklasse für den olympischen 49er. Zahlreiche spätere Olympiateilnehmer, Weltmeister und America's-Cup-Segler haben ihre internationale Laufbahn in dieser Bootsklasse begonnen. Entsprechend hoch ist das Niveau einer Weltmeisterschaft, bei der nahezu alle führenden Segelnationen vertreten sind.

Für den Chiemsee Yacht Club war die Weltmeisterschaft deshalb weit mehr als eine weitere Regatta im Kalender. Die vier Crews bewiesen, dass sich konsequente Nachwuchsarbeit und intensive Trainingsarbeit auszahlen. Mit einer Mannschaft, die auf internationalem Parkett selbstbewusst auftritt, und einem U17-Team, das bereits zur erweiterten Weltspitze zählt, blickt der Verein optimistisch auf die kommenden Jahre. Die Leistungen in Kiel zeigen eindrucksvoll, dass der CYC auch im internationalen Nachwuchssegeln eine immer wichtigere Rolle spielt.

Text: Martin Hespe

Fotos: Sander van der Borch