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Das sehr enge Feld quetscht sich bei vier Beaufort um die Luv-Boje. Nach vier Wettfahrten waren
noch Brochier/ Kartini/ Kartini/ Dorp (vorn im Bild) in Führung. Später dann Fricke. Foto: CYC

Am Chiemsee Yacht Club überschlugen sich die Ereignisse und die Nachrichten, wer denn gerade die Führung bei der Euopameisterschaft der Joker inne hat. Nur sehr aufmerksame Beobachter, die jeden Platz bis weit über den Zehnten hinaus mitberechneten, konnten das Ergebnis erkennen: Mit den letzten beiden Rennen ist Leopold Fricke auf Platz eins vorgefahren.

Mit 17 Booten und damit auch allen Mannschaften am Start, die die letzten Jahre ihre Landesmeisterschaft oder große Regatten gewonnen haben, war das Niveau noch nicht genug: Die meisten Mannschaften verstärkten sich mit erstklassigen
oder sogar professionellen Steuerleuten. Mitglieder der Nationalmannschaft wie Fricke und Tina Lutz, ehemalige Mehrfachmeister verschiedener sportlicher Klassen wie Brochier und Hans Jürgen Koch, und viele andere "gestandene" Segler ließen sich anheuern oder waren eh schon Teil der Teams aus Deutschland, Österreich und Tschechien.

Wettfahrtleiter Hans Vogt senior und seine Helfer hatten sichtbare Freude bei der Durchführung, denn gleich am ersten Tag konnten sie den Seglern Traum-Ostwind, jedoch mit taktisch schwer zu durchschauenden Facetten präsentieren. Der Wind drehte periodisch und bevoruzugte so manchmal die Eine, manchmal die Andere Seite des Sees südlich der Herreninsel. Keiner der Favoriten hatte nach dem ersten Tag mit vier der sechs Wettfahrten eine herausragende Stellung erarbeitet.

Im Gegenteil, Hannes Brochier und Anna Ihrenberger, die Führenden, stürzten durch schlechtere Plätze in den Wettfahrten fünf und sechs ab, Leopold Fricke konnte von der linken Startlinienseite zwei Start-Zeilsiege erfahren und brachte seine Crew auf dem Schiff von Bernhard Tripp nach vorne. Ihm kam auch entgegen, dass an diesen beiden Wettfahrten deutlich weniger Wind war, was er selbst sehr gut beherrscht und seiner Crew eine Verschnaufpause bei den zuvor nicht rund laufenden Manövern gönnte.

Das Schiedsgericht um Uli Fischer hatte zu tun - wie es sich gehört bei einer hochkarätigen Regatta mit Teilnehmern, die an die Grenzen gehen. Doch Missstimmung kam auch zwischen protestierenden Konkurrenten nicht auf, wie es sich für Segelsport auch gehört.

Martin Blum

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