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Karli12 red

Der Chiemsee Yacht Club trauert um Dr. Karl-Joachim Camerer, der am 1. Oktober 2017 überraschend im Alter von 68 Jahren verstorben ist.

Im Namen des Vorstandes und der Mitglieder veröffentlichen wir diesen Nachruf. Den Angehörigen gilt unsere Anteilnahme.

"Ich kann es immer noch nicht glauben, dass die coolste Socke, die ich je kennengelernt habe, nicht mehr da ist. Dass ich mit dir Gorla segeln durfte, war mir eine große Ehre. Das Bild als wir gegen Lisa und Poldo zu zweit Asso gesegelt sind und wir noch Zeit zum Rauchen hatten, während Lisa völlig fertig auf der Spasso gesessen ist, bringt mich immer noch zum Lachen."

Am vergangenen Sonntag ist unser Clubmitglied und Segelkamerad Karli Camerer für uns alle unerwartet verstorben.

Karli, du warst auf dem Wasser zu Hause. Mit deinem Grassober, dem Laser, deinem Motorboot oder als Teil der Wettfahrtleitung. Du warst ein leidenschaftlicher und versierter Segler, einer unserer größten Fans in der Segelbundesliga und auch Lehrer. Du hast das Segeln genossen: Chiemsee Meisterschaft, Gorla, Cento oder einfach Halbwind "heizen". Wie wichtig war dir dein letzter Urlaub am Gardasee. Unvergesslich als du bei der Sturm-Gorla beste deutsche Asso wurdest, und das sogar ohne Segel. Wer kann das schon? Das Segeln war deine große Leidenschaft. Wir sind froh sie gemeinsam mit dir geteilt zu haben und wir werden sie auch weiterhin für uns im Stillen teilen.

Erster im Ziel zu sein war dir nicht so wichtig, wie der Weg dorthin. Je voller deine Asso, desto lustiger und fröhlicher war es mit dir. Bei dir an Bord fühlten sich alle zuhause und willkommen. Du warst ein Menschenfreund. Es war immer alles ganz leicht und deine Gelassenheit und die von dir ausgehende Sicherheit steckte uns alle an und auch dein positiver Blödsinn. Stets dein Ziel vor Augen, aber genügend Zeit das Leben zu genießen andere mitzunehmen und gemütlich eine zu rauchen, ein Paar Regensburger zu essen oder etwas flapsig daherzureden. Wir haben zu dir aufgeschaut. Du hast uns gezeigt, dass man sich nicht Verstellen braucht und auch wenn man schon "etwas älter" ist sich nicht so Benehmen muss.

Grassober

Du warst der Arzt für alle Fälle, ob eine Behandlung auf dem Steg oder direkt auf dem Wasser, ob konventionell oder eher unorthodox – du warst immer da. deine Hilfsbereitschaft war genauso selbstverständlich wie unbegrenzt. Du hast uns die Asso an den Gardasee gezogen, uns mit Material unterstützt und mit Tipps geholfen. Sogar deinen Grassober hast du uns für die Cento geliehen.

Unvergessen bleiben auch besonders deine Begrüßungen und deine flapsigen Sprüche vom Balkon, von wo du dank "Dr. Camerer'scher Schönwettergarantie" zu Urlaubszeiten stets gut gelaunt in den Tag gestartet bist.

Du warst eine ganz große Persönlichkeit, ein bayrisches Original mit gar Polt'schem Humor. Mit einer Hilfsbereitschaft und einer Großherzigkeit die seinesgleichen sucht und eine Geradlinigkeit gepaart mit einer Lebensfreude von der wir uns alle etwas für unser Leben mitnehmen sollten.

Onkel Karli wir werden dich sehr vermissen.

Wenn wir jetzt im Herbst im Club sind und die Stimmungen aus Sonne, Wolken, Bergen, Nebel und Wasser sehen, dann denken wir an dich, weil dir diese stillen und so einprägsamen Momente im Club die liebsten waren.

Deine Seglerfreunde

Die Trauerfeier findet am Dienstag, den 10.10.2017 um 14:30 Uhr auf dem Westfriedhof (Baldurstraße 28, 80637 München) statt.

CCG CYC

Ausschreibung zum Download

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Die Wortwahl tut mir leid, aber anders man diese Aktion nicht bezeichnen.

Doch zunächst - da hier viele Fragen aufgetaucht sind - etwas zur Geschichte der "Geschwaderfahrten". Hierzu ein Auszug aus dem Regattatagebuch von Heinrich Heidner (Vereinsführer von 1933 bis 1938), in dem er den Ablauf einer solchen Geschwaderfahrt schildert.

Sonntag, den 14. Juni 1936, Geschwader-Segeln nach Lambach

Dieses Segeln war eigentlich nach dem Programm für eine spätere Zeit angesetzt gewesen, jedoch, da der Sonntag, den 14.6. endlich einmal einwandfreies Wetter nach langer Regenzeit gebracht hatte, so wurde es vom Vereinsführer schleunigst dazwischengeschoben.

Es war ein ideal schöner Tag mit starker Ostbrise, die durchstand, als die Boote des C.Y.C. sich bei der Fraueninsel trafen, um unter der Motorbootführung des Vereinsführers den Kurs in Richtung Lambach zu nehmen. Mit zwei Schlägen, der eine Südost, der andere nach Norden brachte die kleine Flottille nach Lambach. Der Tag war furchtbar heiß gewesen und das Anlegen der Boote sowie das Festzurren derselben ging mit Blitzesschnelle vor sich – winkte doch oben in Lambach ein erfrischender Trunk, nach dem jeder lechtzte!

Im Handumdrehen waren alle, natürlich im weissen Sportdress, oben im Schatten der Bäume des reizend gelegenen Wirtshauses von Lambach und die "Hebe" konnte nicht schnell genug sein, um die Halbverdursteten zu laben.

Nachdem dies reichlich getan war und nachdem man genügend Staub und Bezinluft aufgenommen hatte, ging es wieder heimwärts und bei der Spinnackertour fand sich Gelegenheit genug, sich einmal den mitsegelnden Damen etwas mehr widmen zu können!

Gstadt, 22.6.36Heinrich Heidner

Besonders der letzte Absatz lässt viel Raum zu Spekulationen, insbesondere über die Art des "erfrischenden Trunkes".

Doch nun wieder zur Gegenwart.

Wolfi Böttger hatte alle Teilnehmer zur Skipperbesprechung am Mittelsteg zusammengerufen, um die Modalitäten zu erklären. Start um 16:00 Uhr, Segeln bis zur Paulsruhe und dann auch hier der "erfrischende Trunk".

Gesagt, getan, um 16:00 Uhr machten sich 17 Mannschaften auf den Weg. Der Wind kam aus östlichen Richtungen und reichte gerade aus, um einigermaßen zeitnah das Ziel am Don Carlos zu erreichen. Und hier erwies sich unser "Veteran" Don Carlos als Multitalent, denn am Vorschiff, auf dem Wolfi kurzerhand seinen Gasgrill aufgebaut hatte, wurden Bratwürste in einer Semmel serviert, die Kabine wurde, nachdem die Fenster heruntergekurbelt wurden, zur Bar umfunktioniert. Und so drängten sich immer 20 - 30 Leute auf dem Startschiff und ließen es sich gut gehen.

Essen, reden, trinken, schönes Wetter, Herz was willst Du mehr.

Gegen 18:30 Uhr fand die Veranstaltung leider ein etwas abruptes Ende, denn Wolfi hatte angesichts einer in den Bergen stehenden Gewitterfront das Signal zum Aufbruch gegeben, und so löste sich das "Päckchen" unvermittelt wieder auf und alle traten den Heimweg an. In wieweit man sich auf der Heimfahrt noch den mitsegelnden Damen widmete, bleibt ein Geheimnis.

Wie schon gesagt, eine tolle Aktion, perfekt organisiert mit begeisterungswürdiger Beteiligung. Fortsetzung in einer Stegparty gewünscht.

Richard Brandl

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