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BERICHTE 2008: JOKER EURO 2008

Übersicht

Joker Euro 2008
Titel knapp entführt

Joker Euro 2008
Sehr schnell und ohnehin schon hauteng ging es an jeder Wendemarke zu. Keine Lücken wies das Feld der Joker auf - Foto © 2008 CYC

Der Titel des Joker Europameisters wurde kanpp von Kristin Wagner an den Starnberger See entführt. Das Chiemseer Team Ownership-Hobart um Leopold Fricke hatte bis zur letzten Wettfahrt die Hand darauf, siegte, musste aber trotzdem den Gesamtgewinn abgeben.

Was für harte vier Tage der Chiemsee den Jokern präsentierte! Die kräftigen Segler der Joker-Klasse sind mit allen Wassern der Alpenseen gewaschen. Doch bei vier Wettfahrten an einem Tag wurden sie mit ihren körperlichen Grenzen konfrontiert. Windbedingungen wie am Gardasee, brennende Sonne und harte Konkurrenz zehrten stundenlang an den Reserven.

Stets bei mäßigem bis starkem Ostwind startete Wettfahrtleiter Richard Brandl die Flotte von 24 Schiffen und knapp 100 Seglern südlich der Herreninsel. Acht Vollwettfahrten wurden dann an den ersten drei Regattatagen benötigt, um den Europameister für 2008 zu definieren: Kristin Wagner, Olympiateilnehmerin im Yngling vom Starnberger See, mit "Kicker" Schäfer, Mucki Binder und Dr. Gusti Trimpl. Schon die letzten Jahre waren sie im Joker bei mindestens jeder zweiten Wettfahrt Sieg-Garanten gewesen - so auch hier wieder große Favoriten.

Mit Georg Kartini (Steuermann Andreas Kunze), Hans Jürgen Koch - jeweils vom Chiemsee Yacht-Club - und dem bisherigen Europameister Hubert Frenzer, vom Münchner Yachtclub, wußte Wagner drei schnelle und zähe Gegner am Start.

Doch auch Leopold Fricke und Lenz Huber vom ausrichtenden Chiemsee Yacht-Club rüsteten sich, in die Kämpfe um den Titel einzugreifen. Die 49er Segler auf höchstem nationalen und internationalen Niveau motivierten ihre Sparringspartner, Nico Delle-Karth (Olympiateilnehmer für Österreich im 49er/ Peking) und Clemens Kruse (unterlegener Österreichischer 49er Olympiaaspirant). Eine Joker wurde von Schichtl&Pollerspöck bereitgestellt und von Sponsoren unterstützt. Das Team Ownership-Hobart hatte Chancen! Doch die Vorbereitungszeit war kurz. Nur einmal trainierten die vier Joker-Unerfahrenen vor der ersten Wettfahrt.

Dementsprechend zeigte die Tendenz aber steil nach oben. Als Profis setzten sie einen genialen Start nach dem anderen, doch verloren dann Boden. Kristin Wagner holte immer wieder auf. Und auch am zweiten Wettfahrttag, als sich das Schauspiel nur noch auf Fricke und Wagner konzentrierte, überholte Wagner jedesmal mit ein paar zehntel Knoten schneller unter Spi raumschots. Der Spi der Crew Ownership-Hobart hatte ein ausgeleiertes Liek und somit war eine Ursache bald gefunden, musste aber trotzdem irgendwie kompensiert werden, was erst in den letzten Wettfahrten gut gelang. Die Punkte standen 7 (Wagner) zu 9 (Ownership-Hobart). Fricke musste gewinnen und seine Konkurrentin auf Platz vier verweisen. Der Sieg gelang, das Boot war endlich auch raumschots schnell. Doch Kristin Wagner kam direkt hinter ihnen auf Platz zwei ins Ziel und gewann somit mit 9 zu 10 Punkten (je weniger Punkte, desto besser).

Das restliche Feld war zu Statisten verdammt. Doch nicht untätig. Jede Bahnumrundung war eng und auf Grund der hohen Geschwindigkeiten wunderten sich die Vorschoter nach harter Arbeit im Boot jedesmal, wie ihr Steuermann dem Gewühl entkommen konnte. Deckung des direkten Konkurrenten sah man nur bei Ownership-Hobart, die klar ihren Gegner Kristin Wagner kannten. Wagner hingegen konzentrierte sich wenig auf Fricke, sie war einfach schnell genug.

In der sechsten Wettfahrt gabe es zweimal einen allgemeinen Rückruf. Die Starlinie war leicht schräg und das Startschiff bevorzugt, so dass das Feld sich einfach zu sehr auf dieser Seite drängelte. Sonst gabe es trotz oder wegen hochkerätigem Schiedsgericht Uli Fischer, Gernot Schreiber und Günter Reiter keine Proteste oder Streitereien auf dem Wasser. Ein Zeichen dafür, dass alle ausgelastet mit ihren eigenen Problemen waren.

Die Regatta mit zehn einheimischen Teams vom ausrichten Chiemsee Yacht-Club kam hauptsächlich zu Stande, weil diese zusammen eine Finanzierung aufstellten und die Flottenmitglieder, allen voran Koch Membrane, Fritz Baustoffe und Schichtl un Pollerspöck, kräftig halfen.


Gesamtergebnis Joker Euro

Fotoserie


Martin Blum

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