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BERICHTE 2008: INTERNATIONALE DEUTSCHE MEISTERSCHAFT DER 420ER

Übersicht

IDM der 420er musste schwer verdient werden
Jungs und Mädels zeigten allen die Zähne

IDM 420
Julian und Philipp Autenrieth vom Bayerischen Yacht-Club waren bei starkem Wind unschlagbar. Das Foto zeigt sie bei Halbwind-Zieleinlauf weit vor dem Feld. Foto: Martin Blum

Der Chiemsee war wohl gerade Deutschlands härteste Kampfarena für die Segeljugend. Nicht nur untereinander zeigten sich die 79 teilnehmenden Teams aus allen Bundesländern die Zähne. Auch der Kälte, dem starken und sehr böigen Wind und dem Hagel wurde locker widerstanden. Julian und Philipp Autenrieth vom Bayerischen Yacht-Club setzten sich absolut verdient durch.

Mit eisiger Kälte ging es schon beim Einwassern der 420er los: Keine Schwächen zeigen, die Konkurrenz hätte es sich gemerkt und schon an der Startlinie ausgenutzt. Selbst ganz junge Mädels gaben sich nicht den Hauch einer Blöße in dem hart umkämpften Feld der mit Testosteron angefüllten jungen Männer. Leonie Nikolaus und Evelyn Schweiger verkomplettierten auf Platz zwei einen traumhaften Erfolg für Bayern, besonders für den Bayerischen Yacht-Club, und für die Hochachtung vor Damenmannschaften. Ihr Trainer, Ilja Wolf, hatte die wohl sympatischste und leistungsstärkste Gruppe am Start, weswegen der Erfolg von allen gegönnt und mitgefeiert wurde.

In seiner Truppe befand sich auch der Priener Maximilian Hubert-Reh mit Vorschoter Sebastian Ziegler auf einem zehnten Platz, trotz Frühstart in der ersten Wettfahrt. Philipp Hibler vom Segelclub Prien am Chiemsee und sein Vorschoter Florian Hertl vom Starnberger See kamen, vom Vater Hans Hilber gecoached, sogar auf Platz sieben. Lorena Brunnhuber, Felix Wimmer, Marco Steingress, Lukas Sauckel (vom Chiemsee Yacht Club) sowie Cornelia Ziegler (Segler- und Ruderclub Simssee) mit Veronika Timm (vom Bernauer Segelclub Felden) konnten zwar nicht in die Spitze eingreifen, brachten aber eine beachtliche Leistung in dem Feld der besten deutschen jugendlichen Segler zustande.

Der Chiemsee Yacht Club war stolz, eine solche Meisterschaft veranstalten zu dürfen. Eine perfekt funktionierende Truppe zu Lande und zu Wasser hatten Wettfahrtleiter Hans Vogt sen. und Jugenwart Franz Feil aufgeboten. Sogar der Präsident, Karl Fricke, half am Startpram mit. Und Leistung forderten die Jugendlichen auch ihrerseits. Sehr aggressive Starts musste man von Anfang an mit der "Black Flag" zähmen, was aber nicht immer gelang. Trotz der Startverschärfung, bei der jeder bedingungslos disqualifiziert wird, der auch nur 1cm eine Sekunde zu früh über die Startlinie hinausragte, gab es Massenfrühstarts. Im letzten Rennen wurden ganze 13 Mannschaften ausfindig gemacht.

Schiedsrichterobmann Uli Finckh schüttelte den Kopf. Dass man einen guten Start zum Siegen braucht, weiss jeder Segler. Aber dass "gut" bei der heranwachsenden Leistungssegler-Generation in Zehntel Sekunden und Zentimeter und nicht mehr in Sekunden und Meter gemessen wird, lässt einen vor Achtung erblassen.

Sechs Wettfahrten an drei Wettfahrttagen konnten gewertet werden. Der Wind war zwar äusserst böig, aber hauptsächlich in der Stärke, weniger in der Richtung. So schwankte der Wind meist zwischen drei und fünf Beaufort. Am ersten Wettfahrttag laugte nur Regen die Teilnehmer aus. Am zweiten kam eine graue Front dazu, die sogar Hagel und Schnee beinhaltete. Die Jugendlichen nahmen es gelassen und machten, auf den nächsten Start wartend, eine Schneeballschlacht mit der auf dem Deck liegenden weissen Pracht. Am dritten Wettfahrttag kam keine Wettfahrt mehr zustande und mancher atmete heimlich erleichtert aus.


Ergebnisliste IDM 420er

Fotoserie IDM 420er



Text: Martin Blum

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