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BERICHTE 2009: GARDASEE |
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Weiß-Blaue Spitzen am Gardasee Terminator-Cento mit Sturmstärke ![]() Markus Reger und seine Asso99-Mannschaft bei der Sturm-Cento - Foto: © 2009 CVG Gleich drei bayerische Teams brillierten am Gardasee. Roman Koch/ Max Koch/ Gregor Bornemann gewannen die Italienische Meisterschaft in der Soling. Georg Kartini mit seinem Team erreichte Platz zwei bei den Jokern in Riva und Markus Reger mit einer Asso99-Crew einen zweiten Platz bei der Gorla und einen fünften Platz bei der Sturm-Cento. Georg Kartini vom Chiemsee Yacht Club fuhr mit Steuermann Andi Kunze vom Münchner Yachtclub gut vorbereitet nach Riva. An den drei Tagen kämpften sie mit den 14 Joker-Mannschaften aus der Schweiz, Österreich und Italien bei zum Teil sehr guter Ora. Bis zum letzten Tag erreichten sie fast ausnahmslos Plätze von eins bis drei. Dann hagelte es jedoch leider Platz neun und zehn. Endergebnis war trotzdem ein traumhafter zweiter Platz. Die Italiener hatten auf ihrer nationalen Meisterschaft der Soling den Deutschen Roman Koch (Yachtclub Berlin-Grünau), Max Koch (Chiemsee Yacht-Club) und Gregor Bornemann (Diessner Segelclub) nicht viel entgegen zu stellen. Fünf erste und ein zweiter Platz reichten Koch gegen elf Konkurrenten, um die letzte Wettfahrt gar nicht antreten zu müssen. Einzigartig ging es bei der Centomiglia zu, der wohl bekanntesten und bis vor einigen Jahren prestigeträchtigsten Binnen-Regatta Europas. Als die 204 teilnehmenden Yachten um 8:30 Uhr in der Früh an den Start gehen wollten, gefror einigen das Blut in den Adern. 45 Konten Wind (9 Beaufort, also Sturm) hat die Wettfahrtleitung gemessen, zusammen mit einer Welle die sich schon stundenlang aufgebaut hatte und selbst Einheimische noch nie gesehen hatten. Der Start wurde zum ersten Mal in der 59jährigen Geschichte der Regatta um eine Stunde verschoben. Markus Reger (Deutscher Meister im Star, Chiemsee Yacht-Club) hat auf der Asso99 von Klaus Riedl (Rott am Inn) mit Ralf Nagel (Cockpit, Taktik), Matthias Wachter (Vorschiff), Martin Blum (Cockpit, Fallen), Söhnke Mühlfeld und Christoph Böllinger (Trapez) ein Team extra für die Cento zusammengestellt. Aussichtsreich, da in der Gorla ein zweiter Platz unter den Assos erreicht wurde, wollte Reger hinaus in den aufgewühlten See und verließ mutig als zweiter mit seinem Schiff unter großem Beifall den mit Seglern, Zuschauern und Live-Fernsehen vollbesetzten Hafen. Nur mit Fock machte sich das schon jetzt dezimierte Feld stampfend gegen das fliegende Wasser und die kraftvoll die Boote empor werfenden Wellen Richtung Riva auf den Weg. Doch die Wettfahrtleitung hatte es nicht leicht. Die kleinen Schlauchboote hätten sich überschlagen und so waren nicht viele Helfer auf dem Wasser. Deswegen konnte eine Handvoll extremer Frühstarter nicht zurückgerufen und erkannt werden - Segelnummern stehen ja nur im Großsegel und das lag zusammengetäut auf den Schiffen. Die Mannschaft Reger startete jedoch korrekt und lieferte sich mit Asterisco, Lokalmatador und Gewinner der Gorla, ein Wendeduell bis Limone. In Malcesine war es auch Reger, der als erster in Führung der korrekt gestarteten Assos das Großsegeln setzen ließ. In Torbole bei abflauendem Wind dann die Ernüchterung: Gleich drei Assos waren unter den Frühstartern und kamen schon weit vor der Boje entgegen. Im weiteren Verlauf mussten sich die Chiemseer auch noch von Asterisco, die sich besonders auf der Südseite des Sees gut auskennen, einige hundert Meter abnehmen lassen. Der Vento hielt noch bis Bogliaco, wo er erst um 15:30 Uhr schlagertig innerhalb von 30sec in einen strammen Südwind wechselte. Auf den restlichen 50 Meilen zum Südende des Sees frischte auch dieser Wind bis auf vier Beaufort auf und brachte damit eine der schnellsten Centos aller Zeiten zustande. Jedoch mit nur 78 Mannschaften, die ins Ziel gekommen sind. Sonst kam nur noch ein Deutsches Schiff, die El Diabolo von Jörg Schlune (Edertaler Segel-Verein) ins Ziel. "Echt harter Sport" sagte Markus Reger glücklich wieder an Land: "Ein Wunder, dass das Material bis auf kleine Dinge wie Fockschiene und Barberholer gehalten hat". Der Breitbrunner wurde fünfter in der Wertung der Assos, die leider nie um die Frühstarter bereinigt wurde. Trotzdem ist dies das beste Ergebnis einer Deutschen Asso seit Jahren. Damals erreichte Prinz Luitpold mit seiner König Ludwig Dunkel eine Top-Platierung im harten, italienisch dominierten, Asso-Feld. Die großen Liberas gingen zum ersten Mal in ihrer Geschichte nicht an den Start. Der erfahrene Star-Weltmeister Roberto Benamati (Malcesine) krante als einziger seine Eilquattro (ehem. ClanDesTeam) erst eine Stunde später ins Wasser und fuhrt hinterher. Trotzdem schaufelte das riesige Boot noch schwer in der Welle und kam kaum zum Fahren. Erreichen konnte er nur einige Assos, dem Sieger Full Pelt aus England kam er überhaupt nicht mehr nahe. Text: Martin Blum |
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