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BERICHTE 2009: BLAUES BAND 2009 |
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Blaues Band an Friedl Liese Größtes Rennen der schnellsten Segler ![]() Friedl Liese (rechts am Steuer) mit Martin Blum an der Vorschot übernehmen nach der Boje in Felden die Führung. Foto: 2009 CYC Das Blaue Band des Chiemsees brachte 2009 würdige Sieger hervor. Die Gruppen waren gut gefüllt mit erfahrenen, kampfbereiten Seglern und aufgerüsteten Booten aus ganz Süddeutschland und aus Österreich. Schnellstes Boot und damit Sieger über alles wurde Friedl Liese mit seinem eigens für Langstreckenwettfahrten konzipierten Katamaran. Ohne Verzögerung um 11 Uhr eröffnete Wettfahrtleiter Volkmar Stecher vom Chiemsee Yacht-Club das Rennen. Bei zügigem Westwind wurde die halbwind liegende Startlinie in ihrer vollen Breite von den Teilnehmern ausgenutzt. Am luvseitigen Ende starteten diejenigen, die sich mit Spinnaker einen Vorteil erhofften, am leeseitigen Ende eher die schnellen Yachten. Ähnlich einem Massenstart bei einem Radrennen war der kurze Sprint zur ersten Bahnmarke in Felden von großer Bedeutung. Ein Umfahren in einer äußeren Reihe und damit eine Windabdeckung auf dem gesamten Kurs danach, wollte keiner hinnehmen. Aller Konzentration lag darauf, schnell und früh nach vorne zu kommen und sich geschickt mit Vorteil einzureihen. Auf einem Vorwindschenkel ging es nach Feldwies, dann halbwind quer über den See nach Seebruck und von dort rechts der Inseln zum Ziel nach Prien. Für die Katamarane und die schnellen Yachten gab es gerade mal einen kleinen Norddreher des Windes als Nach- bzw. als Vorteil. Sie kamen mit gutem Vortrieb ins Ziel. Doch für die anderen Segler tat sich danach ein Flautenloch zwischen Frauen- und Herreninsel auf, das zu taktischem Geschick mit den vielen Gegnern im engen Kanal auch noch Geduld erforderte. Letztendlich drehte der Wind vor Prien sogar auf Süd und das gesamte Feld kreuzte eng beieinander entlang des Seeufers in das Ziel. Das Blaue Band ist der zweite Lauf zur Chiemsee-Meisterschaft und hat wohl schon erste Vorentscheidungen gebracht. Die Gruppe der gößeren Kielyachten war fast voll besetzt mit Preisträgern vergangener Jahre. Der Sieger von 2001, Hans Hibler, wurde Sechster, der letztjährig zweitplatzierte Richard Buchner wurde Vierter. Markus Obermaier - schon 2003 und 2004 Zweitplatzierter, der sich erst wenige Minuten vor dem Start zu einer Teilnahme entschloss, erreichte Platz zwei. Der erfahrene Chiemsee-Segler lief nahe des Ganszipfels kurz auf Grund, als er jeden Meter des "Ziehers" nahe am Ufer nutzen wollte. Wolfgang Böttger, mit großer Crew und zahlreichen bekannten Seglern an Board, gewann die niveauvolle Gruppe. Der Sieger von 2004, Franz Schwarz, ging gesundheitlich stark beeinträchtigt an den Start. Zudem wurde er von einer J80 bei einem Halsenmanöver übersehen und von hinten gerammt. Trotzdem siegten er und sein Vorschoter Hubert Landinger bei den kleineren Kielyachten mit vier Minuten Vorsprung. Bemerkenswert war der Erfolg der drei gestarteten Condor 7: Die Windverhältnisse waren offenbar dem Geschmack der betagten aber weltumsegelungs-tauglichen Ladys entsprechend, so dass Klaus-Peter Fest und Uwe Keller die ersten beiden Plätze erreichten. Achim Salcher war nach mehreren Jahren wieder mit einer Libera und dementsprechend riesigen Mannschaft am Start. Mit dem größten Schiff im Feld profitierte er davon, dass er noch mit der letzten vernünftigen Brise ins Ziel kam. Er gewann das Blaue Band nach berechneter Zeit (Yardstick). Größte und auch mit vielen Seglergrößen besetzte Gruppe war die der kleineren Sportyachten. Mit Thomas Frank und Frank Eisheuer sind zwei ehemalige Chiemsee-Meisterschafts-Sieger harte Konkurrenten. Doch ein Simsseer Team mit Richard Buchecker (ehemaliger FD-Ranglisten-Segler), Claudia Düll-Buchecker und Reinhard Egner (vielfacher internationaler Champion auf dem A-Cat) auf einer gut laufenden Ufo 22 gewann und ist nun neuer Favorit in der Gruppe. Hart umkämpft wie immer die Gruppe der Joker-Klasse: Die 4-Mann-Rennyachten waren zu siebt am Start. Florian Ihrenberger führte bis Seebruck, doch dann kam Hans-Jürgen Koch mit seiner Frau Patricia und den Kindern Henning und Lena auf und fuhr die Passage an der Fraueninsel ein klein wenig besser. Gerade mal 60 Sekunden trennte die beiden im Ziel. Bei einer Laufzeit von dreieinhalb Stunden waren die Joker alle innerhalb 17 Minuten im Ziel und damit das engste Feld. Die Gruppe der J80 führte zu Anfang Christopher Kopp an. Kurz vor dem Ziel erreichte und überholte ihn Klaus Schreil. Der Feldwieser mit Ralf Gruninger und Gert Faas an der Vorschot war überglücklich, denn er ersegelte sonst "nur" zweite Plätze, wie sogar auf der Cento am Gardasee. Friedl Liese und Martin Blum auf ihrem Extrem-Katamaran hatten starke Konkurrenz: Bernt Spengler rüstete seinen Tornado mit großem Vorsegel auf und Robert Egner (vom Simssee) kam mit einem A-Cat mit Reacher um die begehrteste Chiemseer Trophäe zu erkämpfen. Christian Teicher und Rainer Gutjahr, beide auf A-Cats mit Genaker und Fock, trainierten die letzten Wochen viel. Doch gleich nach der ersten Bahnmarke in Felden übernahm Friedl Liese mit einem cleveren Raumschotsschlag die Führung, baute sie bei einem Höllenritt auf einer Kuve nach Seebruck aus und kam mit achteinhalb Minuten Vorsprung ins Ziel, nur sechs Minuten über dem bestehenden Rekord. Die 300 Segler in 81 gewerteten Boote hatten durch den engen Start und die Kreuz zum Schluss viele knappe Begegnungen und Kämpfe und deswegen bei der Siegerehrung mit großartigem Buffet im Clublokal des Chiemsee Yacht-Club viel zu erzählen. Der Sportwart Sepp Resch war zufrieden mit der Veranstaltung und konnte viele lobende Worte für die Leistung der Teilnehmer finden. Text: Martin Blum |
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