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BERICHTE 2007: AUDI CHIEMSEE CHAMPIONS WEEK |
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Audi Chiemsee Champions Week Letzte Chance bei Champions Week genutzt Text: Martin Blum / Gerhard Niessen ![]() Der Zieleinlauf der vierten und letzten Wettfahrt der Stars: Philipp Rotermund (Flensburg) und Thomas Auracher (Bayerischer Yacht-Club) mit Segelnummer 7887 dürfen, genauso wie Achim Griese (8140), jetzt nur nichts mehr verpatzen, dann stehen sie auf dem Siegertreppechen. Es gelingt - Foto © 2007 Martin Blum Ein Trommelkonzert für den Deutschen Segelsport: Gleichzeitig am letzten Regattatag der Audi Chiemsee Champions Week wurden alle Wettfahrten und damit die komplette Deutsche Meisterschaft gleichzeitig durchgeführt und entschieden. Die Ereignisse überschlugen sich. Der Favorit Florian Raudaschl bei den Finns nach zwei Wettfahrten ausgeschieden. Ulrike Schümann dominiert drei Wettfahrten im Yngling komplett von Start bis Ziel. Stefanie Rothermund und Vivien Kussatz endlich in Wettfahrt drei und vier ganz vorne. Heiko Kröger bei dem paralympischen 2.4mR Finalwettfahrtgewinner. Ständig neue Führung bei den Staren. Der Tag bei Hochnebel aber frischem Ostwind, der im südlichen Regattagebiet des Chiemsees meist schon fast 3 Beaufort erreichte, bestätigt oder ändert viel am Olympischen Segelhimmel der Deutschen. Favoriten und Olympioniken mussten die mentale Tortur und Last aushalten, nach Tagen des Wartens auf Knopfdruck ihre Leistung am unbekannten Chiemsee abzurufen. Keine Zeit sich an das Revier zu gewöhnen. Segel setzen und Siegen. Keine zweite Chance. Kein zugedrücktes Auge bei einer schlechten Wettfahrt. 2.4mR: Bei den 2.4mR, in der die behinderten Segler starten, war scheinbar schon alles klar. Doch die Finalwettfahrt zählt doppelt und kann nicht gestrichen werden. Also musste Heiko Kröger (Kieler Yacht-Club) noch vor seinem stärksten Gegner Niels Ulstrup aus Dänemark ins Ziel kommen. Es funktionierte. Nachdem der Segelclub Prien am Chiemsee mit Wettfahrtleiter Kai Schreiber schon vier Wattfahrten hatte, konnten sich die "zweivierer" als einzige ihre Finalwettfahrt sichern. 470er: Die 470er hatten den aufwendigsten Kurs. Ein Trapezoid mit Inner- und Outerloop. Für Zuseher schon fast nicht zu verstehen, war es auch für die Wettfahrtleitung immer schwer, Start- und Ziel zu positionieren. Wettfahrtleiter Volker Schmidt aus Kiel, der dem Segelclub Chiemsee Feldwies mit dem notwendigen Wissen schon lange im Vorfeld zur Seite stand, war sichtbar erleichtert, als seine 39 Schützlinge gerade noch rechtzeitig fertig wurden. Stefanie Rothweiler (Würtembergischer Yacht-Club) und Vivien Kussatz aus Spandau hatten erst ein wenig Schwierigkeiten und fuhren nur einen guten vierten und einen achten Platz. Doch plötzlich Kehrtwende! Zwei Wettfahrten lang dann weit vor dem Feld! Jeder Handgriff saß. Keiner nahm so schnell den Spinnaker an der Leetonne herunter und beschleunigte so elegant auf den Am-Wind-Kurs. Auf diesen beiden Wettfahrten hatten sogar die männlichen Deutschen Meister, Martin Hauptmann und Timo Chorrisch keine Chance ans Heck der Damen näher zu kommen. Finn: Nachdem die Meldung über das Ausscheiden des mit zwei Wettfahrtsiegen führenden Florian Raudaschl um den See ging, segelten bei den Finns die Deutschen Favoriten und Nachwuchshoffnungen Thomas Reger (Breitbrunn am Chiemsee), Jan Kurfeld und Sebastian Kaule fast allein an der Front. Der Ungar Tibor Pallay schob sich auf Platz zwei und Rainer Haacks aus Dortmund verhinderten, dass nur die drei Jungtalente vorne standen. Ansonsten tadellos. Auch der Finn-Oldie und Masters Weltmeister Walter Mai zeigte, dass man Finn-Segeln können muss, und sich nicht einfach als Newcomer bei 94 Booten nach vorne an die Spitze setzen kann. Gernot Schreiber vom Wassersportverein Fraueninsel war einer der ersten, der den neuen Deutschen Meister verkünden konnte: Im Finn Jan Kurfeld. Starboot: Die Stare hatten heisse Wettfahrten unter Wettfahrtleiter Hans Vogt vom Chiemsee Yacht Club. Am Schluß wurde es so unruhig, dass das ganze Feld ein wenig zu früh loslegte und nur ein allgemeiner Rückruf den Kampfeswillen kurz bändigen konnte. Trotzdem war der darauf folgende Start ein typischer Star-Start mit in der Mitte nach Luv ausbäumender Linie, weil sich die Mittigen, versteckt hinter den anderen Segeln, weiter nach vorne trauten. Hier, bei 52 Gegnern, kam es einem Wunder gleich, konnte man einen Wettfahrtsieg verbuchen. Das war auch nicht nötig zum Sieg. Konstanz im Bereich der Spitze war notwendig, nicht einzelne Siege. So stand am Ende Philipp Rothermund aus Flensburg mit dem Klassensymbol und -liebling Thomas Auracher an der Spitze und wurde mit 3,2,7,7 Deutscher Meister. Unauffällig hielten sich Achim Griese und Michael Marcour mit 4,17,2,8 nahe an der Spitze und bewiesen die Stärke einer alten Seilschaft, die Olympisches Silber 1984 in USA holte. Erfreulich: Werner Fritz vom ausrichtenden Chiemsee Yacht Club erreichte in diesem hochkarätigen Feld den dritten Platz. Yngling: Wenig überraschendes bei den Ynglingen. Ulrike Schümann dominierte alle bis auf die letzte Wettfahrt. Was ihre Leistung aber nicht schmälert, denn auf diese nerven zerreibenden Tage am Chiemsee ohne Wind und den Druck, an einem Tag alles zu zeigen, muss man sich erst einmal einstimmen können. Tornado: Deutscher Meister bei den Tornados wurde Johannes Polgar mit Vorschotmann Florian Spalteholz, beide vom Norddeutschen Regattaverein. Sie siegten überlegen mit drei Siegen und einem dritten Rang vor den Vorjahresmeistern Tino Mittelmeier / Niko Mittelmeier vom Bodensee. Dritte wurden Helge Sach / Kim Patrick Tolsdorf vom Potsdamer Yachtclub vor Roland Gäbler / Gunnar Struckmann vom Norddeutschen Regattaverein und Bruni di Bernadi / Andre Chang aus Brasilien. Beste Bayern waren Meike Kühnlein / Antje Augstburger vom Windclub Chiemsee auf Rang zwölf. 49er: Einen einheimischen Erfolg gab es mit Leopold Fricke vom Chiemsee Yacht Club mit Vorschotmann Lorenz Huber vom SC Breitbrunn-Chiemsee. Sie errangen den Titel nach fünf Wettfahrten, nachdem jede Mannschaft die Wettfahrt mit ihrem schlechtesten Ergebnis gestrichen hatte, hauchdünn mit einem Punkt Vorsprung vor den Europavizemeistern Jan Peter Peckolt / Hannes Peckolt. Dritte wurden die österreichischen Vizeweltmeister Nico Dellekarth / Niko Resch, vor Marcus Baur / Hannes Baumann vom Kieler Yachtclub / Norddeutscher Regattaverein. Für die jungen Chiemseer ist der Sieg vor diesen Spitzenleuten ein großer Erfolg. "Wir hatten den Vorteil, dass es nicht zu sehr wehte und wir am Chiemsee zu Hause sind", meinten beide bescheiden. Den bayerischen Erfolg komplettierten die Umsteiger von der 470er Klasse, Patrick Follmann vom Deutschen Touring YC-Tutzing mit Vorschoter Nico Lutz vom Chiemsee YC. Laser Standard: Einen bayerischen Sieg gab es auch im Laser Standard zu feiern. Philipp Buhl vom SC Alpsee-Immenstadt, Junioreneuropameister und Juniorenweltmeisterschaftsdritter, zeigte sich nervenstark und wurde Deutscher Meister im Laser Standard. "Ich bin froh, ich fühlte mich zwar stark, aber ganz vorne zu landen, an das habe ich nicht gedacht", so Buhl. Die Plätze belegten Simon Grotelüschen vom Lübecker Yacht Club, Tobias Schadewaldt vom Norddeutschen Regattaverein und Johannes Glitzky von der SG am Müggelsee. Laser Radial, Damen: Bei den Damen im Laser Radial segelte Anke Helbig vom Märkischen SV überlegen zum Deutschen Meistertitel. Sie ließ Sarah Leinert vom SC Cicionia Starkow und Franziska Goltz vom Schweriner SV hinter sich. Mit Platz vier begnügen musste sich Petra Niemann vom Verein Seglerhaus am Wannsee, sie hatte in der Bootsklasse Europe an den olympischen Spielen in Athen teilgenommen. Beste Bayerin wurde Paula Steiner vom SV Oberland-Starnberger See auf dem sechsten Gesamtrang. Surfen: Ein Ungar stahl den Deutschen die Schau bei den Surfern. Aron Gadorfalvi gewann vor Olympiateilnehmer Toni Wilhelm vom WSC Überlingen-Bodensee. Stark der junge Max Oberberger vom Regatta Surf Club Chiemsee, er surfte auf den dritten Gesamtrang. Bei den Damen siegte Wiebke Sradnick vom Norddeutschen Regattaverein, punktgleich surfte Romy Kinzl auf den zweiten Platz. Lokalmatadorin und Jugendweltmeisterschaftsdritte Regina Stadler vom RSC Chiemssee wurde Dritte bei den Damen. Die Surfer absolvierten, wie die 49er und die 2,4 mR-Klasse fünf Wettfahrten, hier konnte jeder Teilnehmer sein schlechtestes Ergebnis streichen. Die Ergebnislisten finden Sie auf der ACCW-Website unter: Martin Blum, Gerhard Niessen |
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